9. Politisches Spitzentreffen der Oder-Partnerschaft in Posen (Poznań)
Die Oder-Partnerschaft – ein 2006 gegründetes Kooperationsnetzwerk aus vier ostdeutschen Bundesländern und vier westpolnischen Woiwodschaften – vertritt eine Großregion mit rund 20 Millionen Bürgern. Ihr Ziel ist es, die wirtschaftlichen, politischen und infrastrukturellen Verknüpfungen beiderseits der Oder zu vertiefen.
Am 27. Mai 2026 kamen hochrangige Vertreter der Regionen sowie der nationalen Ebene zum 9. politischen Spitzentreffen an der Technischen Universität Posen zusammen, unter anderem der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Polen, Miguel Berger, Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke sowie Knut Abraham, Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-polnische zivilgesellschaftliche und grenznahe Zusammenarbeit. Während der Tagung beschlossen die Mitglieder einen gemeinsamen Appell zum zügigen Ausbau der deutsch-polnischen Eisenbahnverbindungen. Zudem übergab der Gastgeber Marek Woźniak, Marschall der Woiwodschaft Wielkopolska, den Vorsitz des Netzwerks für die nächsten zwei Jahre an Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke.
Ein zentraler Programmpunkt war eine öffentliche Debatte über die Zukunft der regionalen Beziehungen im Lichte des 35-jährigen Jubiläums des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags, organisiert in Zusammenarbeit mit dem Posener West-Institut. An diesem Veranstaltungsteil nahm auch der stellvertretende LWW-Sprecher Przemek Zielnica teil. Er traf dort unter anderem auf Tomasz Stachowiak (Gemeinschaft Evangelischer Posener), die langjährigen LWW-Kooperationspartner Agnieszka Filipiak, Adam Maliński (Polnisch-Deutsche Gesellschaft Poznań) sowie Prof. Janusz Taborek, Leiter des Instituts für germanische Philologie in Posen, Autor mehrerer Artikel im Jahrbuch Weichsel-Warthe. Nach Grußworten von Vertretern aus Politik und Wissenschaft zogen Experten eine Bilanz des inzwischen 20-jährigen Bestehens des Netzwerks.
In der abschließenden Podiumsdiskussion mit führenden politischen und akademischen Akteuren wurde resümiert, dass die Zusammenarbeit in wirtschaftlicher und infrastruktureller Hinsicht bereits hervorragend funktioniert. Handlungsbedarf bestehe hingegen noch bei der gesellschaftlichen Integration. Zudem wurde die sehr geringe Beteiligung der jüngeren Generation an der öffentlichen Debatte kritisiert. Ein Ausstellungsbereich mit Informationsständen rundete die Veranstaltung ab.
PZ